Die Mitwelt-Gespräche – eine Einführung
Die Mitwelt [1]-Gespräche – Nachhaltigkeitsgespräche auf lokaler Ebene
Vision
Menschen machen Kommunikation! Wir wollen mit einer möglichst vielen Teilnehmer*innen der Gesellschaft ins Gespräch kommen über nachhaltige Themen, die Akteur*innen miteinander vernetzen – und klarmachen, dass wir alle Teile sowie Mitgestalter*innen unserer Welt sind. Wir entwickeln gemeinsam Gesellschaft und Mitwelt aus eigener Kraft. Und wir wollen gehört werden.
Ziel
zenikplus beabsichtigt, zukünftig regional und lokal Gesprächsreihen auf wissenschaftlicher Basis zu Nachhaltigkeits- und Mitweltthemen zu initiieren und dabei die Menschen, das Machen und die Kommunikation in den Fokus zu rücken.
Dazu sollen regionale Stakeholder*innen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Bildung in regelmäßigen Veranstaltungen gemeinsam über die kompetente Rolle des Menschen in der Region diskutieren und über dessen Verantwortung und Einflussmöglichkeiten, wobei ganz bewusst auf die Chancen der Serependity [2] gesetzt wird. zenikplus will dabei als wissenschaftlich versiertes, glaubwürdiges Center und Link zwischen Akademia und Öffentlichkeit in der Region wahrgenommen werden.
Adressiert wird die Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene sowie die Stärkung und Mobilisierung der Jugend. Weiterbildung von Führungskräften und Mitarbeiter*innen adressiert das Handlungsfeld Kompetenzentwicklung von Lehrenden als Coaches. Das Handlungsfeld Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen wird durch Kooperation mit nachhaltig agierenden Organisationen tangiert.
Erste strategische Ansätze für eine regionale Modellierung
Mitwelt-Gespräche als Mitmachwelt und Gesprächsreihe positioniert sich als regionales beziehungsweise lokales Projekt mit wissenschaftlichem Anspruch zum Aufbau demokratischer Kompetenzen [3]. Aus dieser Positionierung werden aktuell Kooperationen und Modellveranstaltungen in diesem Rahmen initiiert. Zu den Unterstützer*innen der Mitwelt-Gespräche zählen beispielsweise myclimate und Berliner Tafel. Die Pilotveranstaltung fand am 25. April 2022 an der IHK Frankfurt (Oder) statt.
Umsetzungsidee
Die Gesprächsreihen sind als Mischung aus Diskurs und Vortrag vorgesehen. Diese sollen sich inhaltlich mit den ökologischen Schlüsselbereichen auseinandersetzen und gleichzeitig den sozialen Kontext berücksichtigen.
Die Veranstaltungen beginnen mit Vorträgen, welche Grundlagen und Anwendung vorstellen. Hierbei soll das niedrigschwellige Format Soapbox Science [4] eingesetzt werden. Anschließend begeben sich die Teilnehmer*innen in ein Forum und schlagen als Themenpat*innen Themen vor, denen sich anschließend in Workshops des Barcamps [5] gewidmet wird. Dort tauschen sich die Teilnehmer*innen zu ihren Themen aus und verfassen kurze Forderungenpapiere.
Abschließend treffen sich sämtliche Teilnehmer*innen wieder im Forum. Dort werden die Ergebnisse kurz vorgestellt. Die Teilnehmer*innen schlagen selbst vor, wie mit den Ergebnissen umzugehen ist und reichen diese gegebenenfalls an relevante Stakeholder*innen weiter.
Der Kernprozess [6]
- Problem neutral vorstellen,
- Positionen austauschen und verstehen,
- Probleme bearbeiten und bestenfalls sogar lösen,
- Meinungen erfassen und bilden.
Mitwelttalk meets toxic lunch
Im Jahr 2019 debütierte mitwelttalk meets toxic lunch an der bbw Hochschule. Als ersten Gast begrüßte Thoralf Buller damals den Manager Oliver Huckschlag, Regionalleiter EDEKA, um über den sich wandelnden Handel zu sprechen. Die Veranstaltungsreihe mitwelttalk meets toxic lunch lädt seitdem regelmäßig Stimmen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft ein. In der Pause zwischen vor- und Nachmittagsvorlesungen wird über relevante Themen im Format zwei Sessel, Fragen, Antworten, Bretzeln, Fassbrause diskutiert. So gaben sich in den letzten Jahren unterschiedliche Persönlichkeiten die Klinke in die Hand wie der renommierte Islamwissenschaftler Udo Steinbach, die Geschäftsführerin der Berliner Tafel Antje Trölsch oder der britische Dyslexia-Experte Martin Bloomfield.
Prozessualer Sinnbegleiter Epikurs Garten
Mitwelt kooperiert mit Epikurs Garten [7], einem neuen österreichischen Projekt von Thomas Mohrs, einem der Macher*innen des Gastrosophicums [8], das an Ideen wie Land schafft Leben [9] oder fairleben [10] anknüpft. Das Projekt wird mit einem „bottom up“-Ansatz möglichst viele lokale Netzwerkpunkte schaffen, indem an geeigneten Orten open spaces, Orte der Begegnung, der gemeinsamen Praxis, des gemeinsamen Erlebens und des Philosophierens eingerichtet werden.
Anders gesagt: Eher „graswurzelig“ in Gemeinden miteinander aktiv werden und die Leute zusammenbringen, informieren, mit ihnen praktisch arbeiten und sie so zum Nachdenken und zum Überdenken der eigenen Lebenspraxis animieren. Im Kern steht dabei die Idee der guten, verantwortungsvollen und gerechten Ernährung.
Was bedeutet dies praktisch? Es soll begleitend zur Veranstaltung gemeinsam Nahrung vorbereitet, zubereitet und gegessen werden. Hier wird das Gespräch mit der praktischen Handlung verbunden, hier wird das haptische Verständnis als Kulturbasis genutzt.
Fußnoten und Quellen der bestehenden Seite
[1] "Mitwelt" begreift sich als Green Think Tank. "Green" steht dabei für sämtliche Themenfelder, die ökologische Relevanz besitzen und auf die Mitwelt bei der Meinungsbildung Einfluss nimmt.
[2] Eine leicht verständliche Hinführung zum Thema bietet die Universität Basel an unter https://www.unibas.ch/de/Aktuell/Uni-Nova/Uni-Nova-115/Uni-Nova-115-Kolumne.html
[3] Himmelmann, 2005
[4] Soapbox Science: Verweis auf wissenschaftskommunikation.de/format/soapbox-science/. Das Format dient der öffentlich sichtbaren Wissenschaftskommunikation und soll Interesse an Forschung wecken.
[5] Barcamp: Verweis auf jugend.beteiligen.jetzt/wissen-qualifizierung/glossar/barcamp. Das Barcamp ist ein partizipatives, offen strukturiertes Veranstaltungsformat, in dem die Teilnehmenden Inhalte und Sessions wesentlich mitbestimmen.
[6] Schumacher et al., 2021
[7] Kolmer, Mohrs & Birn, 2021
[8] gastrosophicum-austria.netlify.app/
[9] www.landschafftleben.at/
[10] www.fairleben.at/