openZENIKPLUS – Veröffentlichungen

openZENIKPLUS veröffentlicht mit der ISSN 3052-4997 regelmäßig seit April 2025 Artikel zu den aktuellen Themen, mit denen sich deren Mitglieder beschäftigen. Da diese Rubrik ganz am Anfang steht, ist es wohl müßig, über den Journal Impact Factor (JIF) zu sprechen. Wir werden fortlaufend informieren.

 

Sprechfähigkeit als Macht – Ein Plädoyer für eine interkulturelle Sprache (Buller 2025)

Deutschland ist vielfältig – doch reicht das? Trotz Millionen Menschen mit Migrationshintergrund bleibt die Sprache oft ein unsichtbarer, aber wirksamer Ausschlussmechanismus. Am Beispiel internationaler Fachkräfte zeigt sich: Es geht nicht nur um Deutschkenntnisse, sondern um die Frage, wer sprechen darf und wer gehört wird. Nachfolgend wird eine interkulturelle Sprache gefordert als Schlüssel für Teilhabe, Würde und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

In Deutschland rumpelt es. Weltweit wird zur Notiz genommen, dass der Motor der deutschen Wirtschaft nicht mehr rund läuft, aber zunehmend wird auch wahrgenommen, welche gewaltigen gesellschaftlichen Probleme Deutschland nicht beantworten konnte – besser gesagt: nicht beantworten wollte, weil es doch so gut lief. Bereits früh nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brauchte damals West-Deutschland Fachkräfte, und sie kamen aus vielen Ländern wie Griechenland, Italien, der Türkei, um hier zu arbeiten, aber auch mit der Hoffnung, zu leben, eine Heimat fern der Heimat zu bekommen. In Deutschland wurden sie mit dem Begriff "Gastarbeiter" belegt. "Deutschland wird unterschätzt", schreibt Wehrle am 21. Juli dieses Jahres auf tagesschau.de, aber auch "Deutschland ist vielfältig". Beide Aussagen halte ich für bedingt richtig.

 

Schauen wir doch zunächst einmal auf die Frage, in welchen Zeiten wir leben. Weltweit erkennen wir, dass sich Strukturen verändern, Machtbalancen aus dem Gleichgewicht geraten, Rollen neu definiert und vergeben werden, neue Institutionen entstehen. Barbers VUCA-Modell von 1992 mit der Beschreibung, dass die Wirtschaft unter Druck durch "volatility" als Unbeständigkeit, "uncertainty" als Unsicherheit, "complexity" als Komplexität, "ambiguity" als Mehrdeutigkeit gerät, unter dem Akronym VUCA bekannt geworden, zerrieb spätestens die Force majeur der Corona-Pandemie als unzutreffend, die Zeit der Neuordnung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist längst vorüber und nicht mehr eine andere wegen dessen Fall. Nicht nur Cascio im Jahr 2020 hielt deshalb den Ansatz für aus der Zeit gefallen, weil er die heutige Komplexität nicht abbildet und führte das Akronym BANI für "brittle", "anxious", "nonlinear", and "incomprehensible" ein. Hier wird uns wohl bewusst, dass sich auch Vielfältigkeit unterschiedlich beschreiben lässt.

 

Ich lenke hier die Aufmerksamkeit der geneigten Leser*innen einmal auf das Handlungsfeld Mensch und möchte ein besonderes Problem diskutieren, das gern unter den Teppich gekehrt wird und im Rahmen aufkeimenden Nationalismus in vielen Staaten mehr als nur herausfordernd sein kann. Deutschland ist ein Land, in dem bereits heutzutage gut 25 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund besitzen, das mit einer alten Gesellschaft umzugehen hat, das mit einem Mangel von Fachkräften in der Wirtschaft zu kämpfen hat – gleichzeitig aber auch Millionen Menschen in den letzten Jahren aufgenommen hat, die aus unterschiedlicher Motivation eingewandert sind. Man sollte meinen, dass diese Konstellation doch auch neben einer Herausforderung gleichzeitig die Lösung dessen mit sich bringen könnte. Wenn man beispielsweise mit der Berliner U-Bahn fährt, ist es mittlerweile selten, Gesprächen in deutscher Spräche zu hören. Deutschland ist international. Aber ist es auch interkulturell? Und wenn, ist es auch so interkulturell, jedem Menschen Sprech- und Verhandlungsfähigkeit zu ermöglichen? Ich möchte den Blick auf eben die Fragestellung lenken und mit einem Beispiels eröffnen.

 

Navid (der Name ist geändert, aber der Sachverhalt ist so geschehen) kommt zu mir. Er ist einer meiner internationalen Studierenden, die in Deutschland studieren wollen, aber auch arbeiten müssen, um sich das Leben leisten zu können. Er bittet um ein Gespräch, er bittet um meinen Rat, er bittet um meine Hilfe. Er, exzellent ausgebildet als Ingenieur mit akademischem Abschluss, er, zurückblickend auf jahrelange Erfahrung in eben diesem Beruf, er erhält keinen Job in Deutschland, keine Offerte, keine Einladung zum Vorstellungsgespräch. An dieser Stelle muss ich genauer werden. Doch, doch, er erhält einen Job, eine Offerte, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Bei Lieferando, bei KFC, bei McDonald’s. Sagen wir es doch ganz offen, was wir hier entdecken, nein, was uns phänomenal ins Hirn gedrückt wird, ist eine eindeutige Mikroaggression, systemisch, strukturell.

  • Mikroaggressionen als strukturelles Problem: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Mikroaggressionen immer einen Nährboden brauchen, um entstehen zu können. Einerseits spielt hier das Phänomen der unterschiedlichen Wahrnehmung eine wesentliche Rolle. Wir nehmen so unterschiedlich wahr, wie wir unterschiedlich sind. Wir denken anders als andere, wir fühlen anders als andere und wir handeln als andere. Dass wir dabei Stereotypen und Vorurteile pflegen, ist uns wohl bewusst. Problematisch wird es jedoch, wenn wir diskriminierend handeln. Das bedeutet, wenn wir anderen Menschen das Gehör verweigern, wenn wir ihnen Rechte verweigern, wenn wir ihnen Unterstützung verweigern. Aber auch, wenn wir sie bevormunden, indem wir ihre Selbstbestimmung und Autonomie einschränken und das, was wir so als Unterschiede ausmachen, in unangemessenem Verhalten zeigen, sie "kleiner" machen, sie ausbeuten, ihnen Rechte verweigern, sie entwürdigen. Das Wissen darum ist bei manchen Menschen da, bei anderen wiederum nicht. Und das stellt uns vor die Herausforderung, dass wir es mit einem Kontinuum der Möglichkeiten zwischen Unhöflichkeit und Gewalt zu schaffen haben. Wie können wir Mikroaggressionen gegenüber Navid begreifen?
  • Angriff auf die Identität: Erstens sehen wir hier einen Angriff auf die personale Identität Navids als Person of Colour. Er wird ins Visier genommen aufgrund dieser ihm eigenen Identität. Ihm wird mitgeteilt: Du gegen uns. Deine Identität ist nicht Teil unseres Wir-Gefühls. Seine Identität ist auf seine Unkenntnis der deutschen Sprache beschränkt, im Grunde soll er als Hilfsarbeiter dienen. Die Botschaft lautet: "Weil du kein Deutsch sprichst, bist du raus – selber schuld!"
  • Abwertung von Erfahrung: Zweitens sehen wir hier eine Abwertung von Navids Erfahrungen und der Wirklichkeit als Person of Colour. Das, was du bisher gemacht hast, bedeutet hier nicht so viel wie das, was wir gemacht haben. So, wie du lebst, leben wir nicht, erklären dir aber gern, wie wir leben. Erfahrungen von Menschen ohne Deutschkenntnisse sind weniger wertvoll, ihnen wird vermittelt, zweitklassig zu sein, physisch oder intellektuell minderwertig zu sein. Was richtig ist und was falsch, wird durch die geäußerte Mikroaggression deutlich.
  • Systemisches Unbewusstsein: Drittens sehen wir hier ein mangelndes Bewusstsein für die Situation im System und ihren Strukturen selbst, hier konkret für die Situation der von qualifizierten Menschen ohne Deutschkenntnisse selbst. Die attackierte Person wird verstummen, die Balance der Macht ist gestört und der attackierten Person wird jede Macht genommen und zu Leid transformiert. Möglich ist auch, dass Navid sich wehrt und dafür öffentlich als "Mimose!" beschimpft und gedemütigt wird. Auch möglich, dass er Mitleid erfährt, aber ebenso Unverständnis von der Umgebung. Wo werden derartige Phänomene sichtbar? Sehr deutlich macht uns dies hier an dieser Stelle ein besonderes, illustrierendes Beispiel aus der dem Lebensmittelhandel, der häufig eigene Lieferdienste betreibt, und den Lieferdiensten selbst. Weshalb sehen Menschen in der Werbung, die diese Jobs ausüben und für diese gesucht werden, bevorzugt aus wie People of Colour?
  • Bestätigung von Vorurteilen: Viertens entsteht nun ein Raum für Vorurteile und deren Bestätigung. Was geschieht denn in einem Raum, in dem sich ausschließlich weiße Menschen befinden, wenn eine Person of Colour hinzukommt? Stellen wir uns vor, eine Person dieser Gruppen wurde in den Vorstand einer Aktiengesellschaft berufen – als einzige Person mit dem gleichen Hintergrund. Grundlage für das Urteil im Raum sind allgemeine Eindrücke, die bereits in dem äußerst homogenen Raum mit speziell gedimmtem Licht existieren. Und gesucht werden nun durch diese Gruppe weitere Beweise, die die bisherige Überzeugung unterstützen und Zweifel an dieser zerstreuen. Dies wird der hinzukommenden Person subtil kommuniziert. Betroffen ist nicht nur das Zusammenspiel der beiden Individuen, sondern sind auch die Dynamiken innerhalb der Klasse bzw. Gruppe, die durch bloßes Zuhören beispielsweise die Person of Colour als Abweichler*in der eigenen Gruppe negativ bewertet und das "schwarze Schaf" als weitere Mikroaggression in den Raum projiziert (wie wunderbar deutlich sichtbar in der deutschen Filmkomödie "Fuck you Göhte" aus dem Jahr 2013 durch die Antwort eines Lehrers: "Lern mal Artikel, Du Vogel!"). Das erzeugt einen Raum, den People of Colour als unerträglich empfinden – müssen. Und wir müssen uns auch darüber bewusst sein, dass People of Colour diesen Raum niemals verlassen können, sie sind gefangen – weißen Menschen hingegen steht es frei, einzutreten und wieder rauszugehen. Da erkennen wir, dass der, der sprechen kann, ergo verstanden werden kann, seinem Gesagten Bedeutung verleihen kann, ihm einen Sinn geben kann, verhandlungsfähig wird, zur Person mit Stärke wird, die dann, wenn sie fehlt, zu Verletzungen und Leid führt.
  • Die Rolle der Wirtschaft: Fünftens sehen wir hier das Dilemma im System, denn auch die Interaktion von und mit der Wirtschaft ist davon betroffen. Wie trainiert ist die Wirtschaft, Mikroaggressionen zu erkennen, zu bewerten, unmittelbar darauf zu reagieren? Ihr Dilemma besteht doch sicher darin, dass sie Werte schaffen, schöpfen und bewahren sollen, dass sie vorrangig Strategien, Strukturen, Prozesse entwickeln müssen, aber ebenso wichtig ist es für sie, auf Menschen zu achten. Was macht denn eine verantwortliche, gerechte Wirtschaft in diesem Kontext aus? Reicht es, wenn sie auf gute Ergebnisse achtet? Und was passiert, wenn wir als Gesellschaft strukturelle Stigmatisierungen erkennen? Oder muss der Staat in Person der politischen Gewalten sich so ordnend einmischen, wie beispielsweise in Form des Bundesarbeitsgerichts der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2023, das eindeutig feststellte, dass die Ansicht, der männliche Kollege habe sein Gehalt "besser verhandelt", kein zulässiges Unterscheidungskriterium sein darf. Ja, aber wie verhandelt man denn ohne ausreichende Deutschkenntnisse? Ist es nicht unerlässlich, auch in deutscher Sprache zu verhandeln? Und sind sie sich über ihre eigenen Werte und Vorurteile bewusst? Vermögen sie die Lebenswirklichkeiten unterschiedlicher kultureller Hintergründe zu verstehen? Und falls sie dies können: Besitzen sie den methodischen Koffer, das Rüstzeug, um eigene, geeignete Strategien zu entwickeln und Betroffene nicht im Stich zu lassen?

Was wir hier erleben, ist das Benutzen von Sprache als Mittel von Gewalt, um Macht und dessen Balance zu verhindern und auch aus ursprünglich zwei verhandelnden Subjekten ein Subjekt zu machen, welches auf das Objekt schaut und dieses entmenschlicht, daraus ein Ding werden lässt. Erst mit der Sprechfähigkeit wird das Subjekt zum Subjekt, kann eine eigene Perspektive entwickeln, kann mit einem anderen Subjekt in den Austausch von Argumenten und in den Diskurs gehen sowie in die Handlungen. Ist in diesem Zusammenhang das Symbol "Nein, ich spreche nicht mit dir!" auch das Symbol für Machtlosigkeit der Adressatin? Doch wer kann überhaupt senden? Das Individuum, wenn es über die Mittel und Ressourcen verfügt, die für ein anderes Individuum oder die Öffentlichkeit einen Vorteil verspricht oder eine Institution, Individuum und/oder eine Öffentlichkeit zwingt, sich regeltreue zu verhalten. Institutionen lassen denen eine Wahl, die Deutsch sprechen. Im System ist jedes Individuum jedoch davon abhängig, interagieren zu können, um dazuzugehören. Nur dann kann es eine Verhandlung um die eigene Position geben. Ansonsten wird jedes verhandlungsunfähige Subjekt zum Objekt, über das verhandelt, doch nicht mit dem verhandelt wird. Wenn Deutsch zur beherrschenden Sprache wird formell oder informell, dann wird anhand der Institutionen das System organisiert und Subjekte ohne entsprechende Fähigkeiten und Kenntnisse können nicht mehr verhandeln und werden machtlos. Dabei ist es doch überdeutlich, dass Menschen, die nach Deutschland kommen, unter dem Schutz der Menschenrechte stehen, wie auch ihre Sprache unter diesem Schutz steht von Artikel 27 des International Covenant on Civil and Political Rights von 1966, Artikel 12 der European Charter for regional or minority languages von 1992, Artikel 52 der The Universal Declaration on Linguistic Rights des PEN von 1998, sowie Artikel 22 der Charter of Fundamental Rights of the European Union von 2000 – und auch unter dem Schutz von Artikel 3 des Grundgesetzes, der Verfassung Deutschlands.

 

Das, was Navid mir berichtet, es haben mir unabhängig voneinander dutzend internationale Studierende berichtet, darunter Ingenieur*innen, Architekt*innen, Maschinenbauer*innen. Deutschland steht am Scheideweg. Deutschland, und ich meine die gesamte Gesellschaft, muss sich entscheiden, ob sie Migration als Motor der Transformation und Sprachen als Treibstoff versteht und so Menschen in Deutschland und Menschen außerhalb signalisiert, dass sie eine gemeinsame semantische Ebene will, wie sie Byram im Jahr 1997 als "intercultural speaker" entwarf, oder ob weiterhin nationale-muttersprachlich Sprache mikroaggressiv eingesetzt wird und die Gesellschaft in Deutschland für eine deutsche und deutschsprachig gehalten wird.

 

Was also bleibt? Wir sollten verstehen, dass Sprache kein neutraler Raum ist, sondern ein Machtfaktor – still, aber wirksam. Wer spricht, der gehört dazu. Wer nicht spricht – oder nicht so, wie es erwartet wird –, bleibt draußen. Wir müssen uns ehrlich fragen: Welche Bedeutung messen wir Sprache in unserem Zusammenleben bei? Ist Deutsch ein Werkzeug der Integration – oder ein Filter, durch den Menschen sortiert werden? Deutschland steht am Scheideweg. Einerseits braucht dieses Land dringend Fachkräfte, Engagement, Vielfalt. Andererseits tut es sich schwer damit, anzuerkennen, dass Internationalität mehr verlangt als Toleranz – sie verlangt Verständigung. Und Verständigung bedeutet mehr als Sprachkurse. Es bedeutet, Räume zu schaffen, in denen Sprache nicht zur Waffe wird, nicht zum Vorwand, sondern zur Brücke. Wenn wir Menschen wie Navid nicht nur konnivieren, sondern einladen wollen, dann reicht es nicht, formale Gleichheit zu predigen. Dann müssen wir Strukturen überdenken, Institutionen befähigen und Sprache neu denken – als Mittel der Ermächtigung, nicht der Entmündigung. Interkulturalität beginnt nicht mit gutem Willen, sondern mit der Bereitschaft, Bedeutungen auszuhandeln. Eine Gesellschaft, die Migration ernst nimmt, muss Mehrsprachigkeit nicht als Problem, sondern als Potenzial verstehen. Wer sprechen darf, wird gehört. Wer gehört wird, kann mitgestalten. Und nur wer mitgestalten kann, bleibt.

 

Zur epistemologischen Dimension demokratischer Führung: Eine diskurskritische Betrachtung (Buller 2025)

Es gibt keine objektive Wahrheit – sie ist konstruiert und immer abhängig vom Diskurs. Unternehmen, die autoritär statt demokratisch geführt werden, konstruieren „Wahrheiten“ durch Machtstrukturen und erschweren eine offene, diskursive Wahrheitssuche.

 

Ist jeder fähig, zur Wahrheit beizutragen? Zunächst einmal möchte ich voranschicken, davon auszugehen, dass die Wahrheit nicht existiert. Ich versuche hier auch nicht, streng epistemologisch einzuordnen, sondern aus einer konstruktivistischen Perspektive Macht, Wahrheit und Diskurs im Unternehmen zu hinterfragen. Selbstverständlich lässt Wahrheit sich in den feuchten Träumen eines jeden Menschen konstruieren, damit schließt sie jedoch gleichzeitig aus, dass sie bei anderen Menschen existiert – gänzlich oder in Teilen. Neulich schrieb ich einem Freund, dass die Sache doch so einfach sei und doch so kompliziert und schickte voraus, dass bereits objektiv beobachtet werden müsse, denn ohne Objektivität gäbe es kein Argument und ja, auch die Objektivität müsse verhandelt werden. Ich zog folgenden Schluss: Es existiert kein letztes Wort. Dann kann es auch keine Wahrheit außerhalb des Diskurses geben. Und der größte Konsens im Moment der Frage bestimmt die momentane Wahrheit als Snapshot. Einmal abgesehen von der politischen Variablen der Macht, die die Regeln bestimmen. Wer die Macht besitzt, formt so seine Wahrheit und wenn das nicht funktioniert, dann eben mit Gewalt. Wo keine Objektivität existiert, existiert auch kein Diskurs und folglich keine Wahrheit beziehungsweise eine Annäherung an sie (mehr wird es eh nie sein). Was ich damit meine: Die „radikalen Positionen“ (es sind ja im Prinzip gar keine Positionen, sondern Grundsätze) tragen keinerlei Wahrheit in sich.

 

Es existiert kein letztes Wort. Ist das das letzte Wort? Oder doch nur so ein simpler dialektischer Trick, der ins Absurde führt. Und bringt nicht "Die 'radikalen Positionen' [...] tragen keinerlei Wahrheit in sich" einen "radikalen" Grundsatz zum Ausdruck. Wenn ich schreibe, es existiert kein letztes Wort und jemand darauf fragt, ob das das letzte Wort sei, kann es nicht das letzte Wort gewesen sein. Und so weiter. Dialektik sucks. Doch "Die 'radikalen Positionen' [...] tragen keinerlei Wahrheit in sich" ist lediglich die Beschreibung anhand der definierten Kriterien und keine Wertung. Aber die Kriterien selbst könnten radikal sein, wenn nicht der Konsens zu ihnen führt, und genau das nehme ich als Bedingung an. Ansonsten wäre „radikal“ nicht mehr als eine Bewertung anderer Perspektiven aus einer Nordpolperspektive – da geht es auch nur in eine Richtung und alles ist „radikal“. Die Wahrheit, und ich möchte hier auf die Wahrheit in Unternehmen schauen, diese eine, die existiert nicht, aber eine konstruierte, die könnte vorhanden sein, wenn Unternehmen demokratisch geführt werden – und jetzt gebe ich einen Moment nichts auf die Dialektik und fordere eine dichotomische Betrachtung – oder auch, wenn sie autoritär oder patriarchisch geführt werden. Eben das behauptet Kets de Fries (2025[1]) in einem Interview in der Zeitschrift Neues Lernen. "Viele Firmen sind autoritäre, von Angst geprägte Organisationen", meint er. Können Unternehmen überhaupt demokratisch sein oder sind sie darauf angelegt, Freiheit so einzuschränken, dass sie nur noch als Sicherheit wahrgenommen wird und die goldene Fußfessel das Unternehmen an seiner demokratischen Weiterentwicklung hindert?

 

In Anlehnung an die Ausführungen zu den Zerfallserscheinungen der Demokratien von Goankar (2024[2]) versuche ich zunächst die Übersetzung in die Wirklichkeit der unternehmerischen Organisationen und in eine mögliche Struktur der Dimensionen. Woran lässt sich denn erkennen, dass wir es nicht mit einer demokratischen Organisation zu tun haben? Wenn wir innerhalb der Unternehmung erkennen, dass keine Konflikte mehr existieren; die Mitarbeiter*innen haben aufgegeben. Als Konflikt begreife ich hier freilich nicht eine toxische Situation in einer Beziehung, welche erst gewaltsam zur Stille zwingt, sondern die Stille aufhebt und Keimzelle der sozialen Auseinandersetzung wird – und so auch des Diskurses. Herman Melville hängt solche Haltungen literarisch an seiner Figur Bartleby auf, denn er lässt den resignierten Bartleby vierfach "I prefer not to" (2025[3]) sagen, ein Sprechakt, der sein Streben nach Vermeidung zeigt. In letzter Zeit lassen sich derartige Tendenzen auch durch Phänomene wie das der der Great Resignation (Randstad 2021[4]) oder des sogenannten Quiet Quitting[5] und Tang Ping[6] erkennen, sämtlich Phänomene für das betonierte Gefühl, nicht mitbestimmen zu können, nicht gehört zu werden. Und kann es noch ein "Wir, das Unternehmen!" geben, wenn das Unternehmen nicht als dynamische Entwicklung gesehen wird? Wenn die vorherrschende Kultur im Unternehmen die Minderheiten verstummen lässt? Macht ist zentralisierend, wie sie Han (2005[7]) beschreibt, die Mitglieder streben zur Macht hin oder werden ausgeschlossen. Lassen Sie mich noch weiter gehen. Illouz (2024[8]) erkennt ein Streben nach Sicherheit in einer Demokratie, die eine Kultur der Angst erzeugt durch Artefakte von Sicherheit und erschwerten Zugang zu Freiheit. Was könnte das in einem Betrieb bedeuten? Ist es dann nicht so, dass die Motivation leidet, dass das reine Sicherheitsstreben der Mitarbeiter*innen soziale Möglichkeiten und letztendlich auch das der Selbstverwirklichung als eine wesentliche Freiheit im Unternehmen unterläuft? Wenn wir hier ganz konkret auf die von Rippl (2025[9]) benannten Repräsentationslücken in der Demokratie schauen, könnte es dann nicht auch in Unternehmen so sein, dass das Angebot und die Absichten der Organisation und ihrer Führung nicht deckungsgleich mit den Bedürfnissen der Mitarbeitenden zusammenfallen? Dann fühlen sich Mitarbeitende nicht repräsentiert und derartige Repräsentationsdefizite wie in einer Gesellschaft können auch auf der Mikroebene einer Organisation entstehen und populistische Tendenzen befördern.

 

Zeit, den guten, alten Sokrates (2008[10]) zu bemühen: "Offenbar bin ich [...] um eine Kleinigkeit weiser, eben darum, daß [sic!] ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube". Ich möchte jetzt nicht in den Abgrund eines zusätzlichen Diskurses über Populismus oder der Anfälligkeit der Gesellschaft für diesen springen; Hypothesen wie "Je weiter links, je gebildeter und je jünger, desto kompetenter" (Meßmer, Sängerlaub & Schulz 2021[11]) oder die aktuelle Frage, was ist denn eigentlich "links" ist oder ob nun "Patchwork" gilt (Ackermann et al. 2015[12]), lasse ich hier einmal aus. Dennoch sollte uns bewusst sein, dass das Modell der Demokratie insgesamt unter Druck steht. Wenn man provozieren wollte (und das möchte ich ganz sicher), können wir dem Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2025 in Deutschland einige Dinge entnehmen. Und entsprechend fragen: Wer hat einen Wahlsieg der rechtsextremen AfD verhindert?[13] Ich gebe hier ein paar Antwortversuche: Rentner*innen über 70 Jahre mit guter Bildung und gutem finanziellen Polster. Umgekehrt sind AfD-Wähler*innen sind vorrangig jung (zwischen 25 und 44 Jahre), finanziell eher schlecht gestellt (auch die Selbstständigen wählten so, vorrangig aber Arbeiter*innen) und sind mittel oder einfach gebildet. Und bei den Geschlechtern haben Männer eher AfD gewählt, wenn extrem, und Frauen wählten eher BSW und Die Linke.

 

Die Demokratie befindet sich unter Druck und – ich komme noch einmal zurück auf de Vries – Unternehmen oder Organisationen sind nicht demokratisch. Ich versuche, mir vorzustellen, wie jemand, der im Unternehmen dahingehend kultiviert wurde, dass Autokratie und Patriarchat funktionieren und es keiner Demokratie dort bedarf, außerhalb dieser Organisation demokratische Prinzipien verwirklicht. Ich versuche mir auch vorzustellen, wie der mangelhafte Umgang mit digitalen Nachrichten lediglich auf der einen Seite nicht vorhanden sein soll oder Probleme beim Erkennen von Fake-News und bei der Einschätzung, welche Quelle vertrauenswürdig ist, vor der Haustür endet. Es schwant uns doch, dass wir über eine durchlässige Schwingtür sprechen und wenn die steile These aufgemacht wird, Unternehmen sein keine Demokratien (was ich für eine zutreffende Beschreibung halte), was das wohl für die Gesellschaft als Ganzes bedeutet. Wenn die Schwingtür durchlässig ist, was sagt uns dann beispielsweise die Studie "Autoritäre Dynamiken und der Unzufriedenheit mit der Demokratie" (Decker, Kiess & Brähler 2023[14]), wenn sie zeigt, dass nicht einmal die Hälfte der Befragten zufrieden mit dem Zustand des politischen Systems sind und zwei Drittel politisches Engagement als sinnlos bewerten. Oder fast 70 % der Aussage "Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen" ganz oder teilweise zustimmen. Was können wir denn erwarten von einer Gesellschaft, deren Unternehmen keine Demokratien sind? Für die Aussage "Was Deutschland jetzt braucht, ist eine starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert" lag die Zustimmung mit Ausnahme von Ost-Berlin in allen Ländern zwischen 50 und 53 %. Es vertraten zwischen 5 und 22 % bei Die Grünen, Die Linke, SPD, Union und FDP im Osten Xenophobie oder Chauvinismus. Da lohnt es sich wieder einmal, nach der Ernsthaftigkeit des Begehrens nach der Lösung des Fachkräftemangels über Zuwanderung zu fragen, denn der Verdacht drängt sich auf, dass die Unternehmen selbst (oh ja, nicht alle, wir sprechen über Wahrscheinlichkeiten und Anteile) ein wesentliches Problem im System darstellen. Und da ist es kein Wunder, dass die Anschlussstudie "Vereint im Ressentiment" (Decker et al. 2024[15]) zeigt, dass der Anteil mit einem geschlossen ausländerfeindlichen Weltbild auf dem Gebiet ohne Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 12,6 % (2022) auf 19,3 % wuchs, in eben diesen von 38,4 (2022) auf 44,3 %. All das bestätigt die Mitte-Studie 2023 (Zick et al. 2023[16]), sie liefert Hinweise auf ein sehr starkes Wachstum von Xenophobie, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Nationalchauvinismus sowie der Befürwortung einer Diktatur im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen, der sinkenden Demokratiezufriedenheit (Konrad-Adenauer-Stiftung 2024[17]) oder dem sinkenden Vertrauen in Institutionen (Greenpeace 2025[18]).

 

Aber prägen uns Erfahrungen im Unternehmen nicht? Wir lassen doch beim Betreten einen Teil unserer persönlichen Identität zurück und ergeben uns in weiten Teilen der sozialen Identität. Zu verstehen, was Demokratie bedeutet, steht in engem Zusammenhang mit den Einstellungen und Werten, die wir durch Sozialisierungsprozesse erwerben, im Zusammenhang damit, was wir als Macht erachten, was Macht ist, wer sie besitzt – und wer ausgeschlossen ist und vielleicht sogar vom Menschen zum Ding degradiert wird, indem er in der Summe der bedeutenden Praktiken dieser Gesellschaft keine Rolle spielt. Und hier stellt sich zudem die Frage, was dies für die Macht der Mitarbeitenden bedeutet, wenn Unternehmen nicht demokratisch sind. Es sollte wohl unstrittig sein, dass damit Freiräume eingeschränkt werden, sich zu verwirklichen und dass eine Veränderung von Abhängigkeiten im Unternehmen unmöglich wird, mikropolitisch tritt eine Unzufriedenheit ein. Fatal nur, dass wir grundsätzlich nach Zufriedenheit im Leben suchen, die eine wichtige Bedingung unserer Gesundheit darstellt; fokussieren wir uns auf die Organisationen, wird deutlich, wie essentiell Zufriedenheit im Job wirkt und welche wesentliche Bedeutung einer guten Beziehung zur Führungskraft innewohnt (De Neve et al. 2018[19], Thomas et al. 2021[20]). Umgekehrt erkennen wir mangelhafte Motivation und Kündigungen (EY 2025[21]), weil Wertschätzung, Zugehörigkeitsgefühl, Vertrauen fehlen (De Smet 2021[22]), unangemessen bezahlt sowie Selbstverwirklichung erschwert wird (Oliver Wyman 2021[23], National Academies of Sciences 2024[24]).

 

Ein Kollege berichtete mir erst kürzlich aus einem aktuellen Forschungsprojekt zum Thema Unternehmensnachfolge, der größte Erfolg für einen der Manager sei gewesen, dass plötzlich im Unternehmen kommuniziert wurde. Was bedeutet es denn aus demokratischer Sicht, wenn mindestens zwei der drei Dimensionen betrieblicher Demokratiekompetenz offensichtlich nicht vorhanden sind, nämlich die aktive mitbestimmende Teilnahme im Unternehmen und anzunehmen wohl auch die Fähigkeit zum Diskurs. Eingangs hatte ich bereits gezeigt, dass nach de Vries Angst eine Rolle spielen könnte. Könnte es sich um die Angst vor negativen Folgen für Selbstbild, Status, Karriere handeln, die Edmondson (1999[25]) beschreibt? Was ich damit verdeutlichen möchte, ist der Umstand, dass es vermutlich ein deutliches Bedürfnis der Mitarbeitenden nach Psychologischer Sicherheit gibt. Ich greife hier zunächst zwei Zustände insbesondere auf, welche Bolton (2024[26]) beschreibt, nämlich sich einerseits sicher zu fühlen oder andererseits mobilisiert zu sein, zu kämpfen oder zu flüchten (es geht mehr um das Kämpfen als um das Flüchten). Wenn ich mich sicher fühle, besitze ich den Mut, meine Meinung auch dann zu äußern, wenn ich mich mit einer Mehrheit andersdenkender und sprechender Menschen auseinandersetzen muss, die mich oder meine Meinung ablehnen; weil ich sicher bin, toleriere ich die anderen Meinungen und Argumente. Ich werde sprechfähig, ich verhandele, ich erhalte Macht. Doch was brauche ich, um diese Sicherheit zu erlangen? Zwei Leitplanken fehlen zu dieser Sicherheit, um sie zu erwerben oder nicht zu verlieren. Zunächst ist es das Wissen um die eigenen Möglichkeiten der Menschenrechte (European Court of Human Rights 2013[27]), deren Bedeutung nicht in Unternehmen verschwindet, sowie die Fähigkeit zur monologischen Reflexion, einer grundsätzlichen ethischen Fähigkeit, um eigene Standpunkte zu entwickeln und aufbauend im Diskurs die eigenen Argumente vorzutragen, zu vertreten gegen Konterargumente und den Konsens zu entwickeln. Diese drei Leitplanken werden so und ähnlich auch unter anderem bei Detjen (2002[28]), Himmelmann (2005[29]), Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (2012[30]), Gollob, Krapf & Weidinger (2014[31]), und an den Council of Europe (2016[32]) diskutiert. Für das Unternehmen oder die Organisation bedeutet das, dass es nur demokratisch sein kann, wenn lernend Kompetenzen der Mitarbeitenden erworben werden, was schließlich verhindert, in einen von Bolton (2024[33]) sogenannten neurobiologischen Zustand der Erstarrung zu fallen ohne Kontrolle durch den rationalen Verstand.

 

Wir können uns gut vorstellen, meine ich, dass sich eine undemokratische Organisation so ihrer Chancen beraubt, die Zukunft zu gestalten und nachhaltig zu wachsen. Undemokratische Unternehmen sind unflexibel, demotivierend und gefährlich für die demokratische Kultur insgesamt. Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen Demokratiekompetenzen fördern, Diskurs ermöglichen und Macht dezentralisieren. Jeder Mensch sollte befähigt werden, an der Konstruktion einer objektiven Wahrheit mitzuwirken zu können.

 

 

DOI: 10.13140/RG.2.2.22615.38568

 

[1] https://www.haufe.de/personal/neues-lernen/populismus-im-unternehmen_589614_641038.html

[2] Gaonkar, D. P. (2024) Die Struktur demokratischer Zerfallserscheinungen und das Gebot der direkten Aktion. In: C. Calhou, D. P. Gaonkar und C. Taylor, Zerfallserscheinungen der Demokratie (Seiten 291-331).

[3] https://moglen.law.columbia.edu/LCS/bartleby.pdf

[4] https://www.randstad.co.uk/about-us/industry-insight/great-resignation/

[5] https://www.ft.com/content/c5cddb3a-dcf8-4ef8-a1c2-ed866c214d2b

[6] https://www.bbc.com/news/world-asia-china-57348406

[7] Han, B.-C. (2005). Was ist Macht? Reclam.

[8] Illouz, E. (2024) Undemokratische Emotionen.

[9] https://www.bpb.de/themen/parteien/rechtspopulismus/559465/repraesentationsluecken-realitaet-oder-rechtspopulistisches-narrativ/

[10] Platon (2008). Apologie des Sokrates. Reclam.

[11] https://www.mabb.de/files/content/document/UEBER%20DIE%20MABB/Download-Center/Studien/studie_quelleinternet.pdf

[12] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-06312-2_7

[13] Datengrundlage: https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/ergebnisse

[14] https://efbi.de/details/efbi-policy-paper-2023-2-autoritaere-dynamiken-und-die-unzufriedenheit-mit-der-demokratie.html

[15] https://speicherwolke.uni-leipzig.de/index.php/s/67fcR2sdn2WLjdZ

[16] https://www.fes.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=91776&token=3821fe2a05aff649791e9e7ebdb18eabdae3e0fd

[17] https://www.kas.de/documents/d/guest/finaler-text-24-02-19-baeumchen-wechsel-dich-sabine-pokorny-240113729-_final

[18] https://www.greenpeace.de/publikationen/Umfrage-Ergebnisse_Jugend%20Schule%20und%20Demokratie.pdf

[19] https://www.researchgate.net/publication/324830283_Work_and_Well-being_A_Global_Perspective

[20] https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/featured%20insights/diversity%20and%20inclusion/women%20in%20the%20workplace%202021/women-in-the-workplace-2021.pdf

[21] https://www.ey.com/de_de/newsroom/2025/01/ey-work-reimagined-2024-2025

[22] https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/featured%20insights/mckinsey%20global%20surveys/mckinsey-global-surveys-2021-a-year-in-review.pdf

[23] https://www.oliverwymanforum.com/global-consumer-sentiment/2021/nov/the-end-of-loyalty-and-how-to-get-it-back.html

[24] National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine. 2024. Mental Health, Wellness, and Resilience for Transit System Workers. Washington, DC: The National Academies Press. https://doi.org/10.17226/27592 .

[25] https://web.mit.edu/curhan/www/docs/Articles/15341_Readings/Group_Performance/Edmondson%20Psychological%20safety.pdf

[26] https://bradenkelley.com/2024/01/80-of-psychological-safety-has-nothing-to-do-with-psychology/

[27] https://www.echr.coe.int/documents/d/echr/convention_ENG

[28] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/25554/die-demokratiekompetenz-der-buerger/

[29] https://www.pedocs.de/volltexte/2008/257/pdf/Himmelmann2.pdf

[30] https://ec.europa.eu/citizenship/pdf/citizenship_education_in_europe_en.pdf

[31] https://issuu.com/livingdemocracy/docs/en_vol1_educating_democracy

[32] https://rm.coe.int/16806ccc0b

[33] https://bradenkelley.com/2024/01/80-of-psychological-safety-has-nothing-to-do-with-psychology/

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